Einer der Gründe, weshalb ich südeuropäische Länder liebe, sind all die tollen Früchte, die an jeder Straßenecke wachsen und dir pflückbereit entgegenhängen. In Griechenland (ganz speziell in Athen) habe ich oft bei einem Spaziergang einfach eine Zitrone vom Baum gepflückt und in weiterer Folge in mein Trinkwasser gepresst. Das ist ein wirklich hochwertiges Lebensgefühl.

Aber auch aus gesundheitlicher Sicht sind Zitronen genial. Aus diesem Grund greife ich gerne regelmäßig auch beim Kochen zu ihnen.

Wusstest du allerdings, dass die gesündesten Bestandteile einer Zitrone nicht im Saft, sondern im Rand und an den inneren weißfarbenen Stellen zu finden sind? Nun verbrauchen viele Köche immer die gesamte Zitrone. Wie machen sie das? Indem sie die Zitronen einfrieren! Bisher habe ich die weißen Stellen der Zitrone aber nie verwendet. Du?

Seit ich nun auch Zitronen einfriere, verwende ich viel mehr Zitrusfrüchte, als davor und komme viel länger damit aus.

Welche Zitronen kannst du verwenden?

Ganz klar: Ausschließlich organische/biologische Zitronen!

Nachdem du die Schale verwenden willst, kommt nur biologischer Anbau in Frage. Das ist deshalb so wichtig, weil die Schalen in nicht biologischem Anbau mit Fungiziden und Pestiziden bespritzt werden.

Die Unternehmen in der Lebensmittelindustrie bespritzen Zitronen deshalb, damit sie länger haltbar bleiben und weniger leicht von Schimmel befallen werden. Für den menschlichen Körper sind diese Mittel jedoch reines Gift.

Lade die Zusammenfassung als PDF herunter, warum du Zitronen einfrieren solltest!

Wie frierst du Zitronen ein?

Du kannst Zitronen auf mehrere Arten einfrieren. Gehen wir sie nacheinander durch:

Variante 1: Du frierst die ganze Zitrone ein

So einfach funktioniert das:

  1. Achte darauf, ausreichend Platz in deinem Gefrierfach zu haben
  2. Besorge dir Bio-Zitronen und wasche sie gründlich ab (du weißt ja nicht, wer die Zitronen vor dir schon in der Hand hatte)
  3. Trockne die Zitrone sorgfältig mit einem sauberen Küchentuch ab (oder lasse sie trocknen) und lege sie in dein Gefrierfach.

Nach ein paar Stunden sind sie auch schon für jede Zubereitungsart bereit.

Variante 2: Du frierst gepressten Zitronensaft ein

Oftmals benötigst du beim Kochen lediglich ein bis zwei Löffeln Zitronensaft. Danach wird die übrig gebliebene Zitrone vielfach weggeworfen. Diese Variante ist aber auch besonders gut für die Verwendung des Saftes für Getränke geeignet. Du kannst den gepressten Saft in Eiswürfelbehälter gießen und alles einfrieren. Bei Bedarf stehen die die Zitroneneiswürfel als Ergänzung für jedes Getränk zur Verfügung. Das schmeckt herrlich.

Variante 3: Du frierst vorgeschnittene Zitronenscheiben ein

Wenn du dein Getränk nicht zu stark verzitronisiert haben möchtest, sondern lediglich den „leichten Touch“ des zitronigen Geschmacks suchst, sind gefrorene Zitronenscheiben genau das Richtige für dich. Schneide die Zitrone dafür in Scheiben und friere diese in einem verschlossenen Behälter ein.

Nachdem du nun weißt, WIE du Zitronen einfrieren kannst , sehen wir uns nun die Gründe dafür an, WOFÜR du sie verwenden kannst und WARUM du in Zukunft Zitronen einfrieren solltest:

Grund 1: Zitronen lassen sich in sogut wie allen Speisen und Getränken verwenden und werten diese als „Gewürz“ auf

Von ein paar Einsatzmöglichkeiten habe ich dir ja bereits erzählt. Zitronen sind so vielseitig einsetzbar, dass die Frage eher lauten sollte: “Wo kannst du Zitronen nicht verwenden?”.

Zitronen sind beispielsweise ein geniales natürliches Würzungsmittel für Nachspeisen und Süßspeisen und in Smoothies und Säften eine willkommene Ergänzung.

Oder du reibst die gefrorene Frucht mit einer Zitronenreibe

direkt über dein Essen. Alternativ kannst du natürlich auch eine Feile oder eine Küchenmaschine verwenden. Je nach Anwendung, Lust und Laune kannst du die Zitrone feiner oder gröber reiben. Statt zu reiben kannst du die Zitrone in dem gefrorenen  Zustand auch klein schneiden, mit einem Standmixer pürieren und in einen Krug mit Wasser geben (hast du noch keinen Mixer? Dann greife zu dem hier
).

Ganz wichtig dabei ist, dass du auf jeden Fall die weiße Haut der Zitrone benützt. Denn darin befinden sich nämlich die meisten gesunden Bitterstoffe.

Lege noch ein paar Minz-Blätter und eine aufgeschnittene Gurke in das Wasser und du hast eine geniale und gesunde Limonade. Das ist so ein leckeres und gleichzeitig richtig gesundes Getränk, dass jede andere Art von Limonade daneben alt aussieht.

Du kannst die Raspeln der Zitrone auch auf Obst, Nachspeisen oder ein Müsli streuen. Aber auch in Salaten, über Eiscreme, Suppen, Reis, Fisch und sogar Whisky schmecken die gelben und weißen Raspeln genial. Wie wäre es mit Zitronenraspeln in einer Marinade für den Grill?

Du wirst sehen, dass du in Zukunft auf immer neue und kreative Ideen kommst.

Grund 2 (und 3): Zitronen bleiben dir haltbar und verderben dir nicht mehr

Ein schimmelfreies Paradies voll prächtiger und fantastischer Säure. Das ewig haltbare Bio-Vitamin C (und noch viel mehr, wie du gleich erfahren wirst).

Sind wir uns ehrlich: Wenn du einen Beutel Zitronen einkaufen gehst: Wie viele davon verwendest du tatsächlich und wie viele verderben regelmäßig? Das ist traurig. Denn gerade in der heutigen Wegwerfgesellschaft kann der vollständige Gebrauch von Lebensmitteln etwas sehr Befriedigendes sein. Die FAO (die „Food and Agriculture Organisation of the United Nations„) gibt in einer ihrer Studien ( (1,1 MB PDF) an, dass in Europa pro Kopf etwa 280 bis 300 Kilogramm Lebensmittel weggeschmissen werden. Jedes Jahr.

Getrocknete Zitronenscheiben

Der Schimmel lauert an Zitronen, wie der Schatten am Abend und dennoch werden wir ständig von den günstigen Angeboten im Supermarkt gelockt, gleich 10 Zitronen auf einmal zu kaufen. Außerdem werden in vielen Rezepten lediglich wenige Teelöffel oder Esslöffel Zitrone benötigt und der Rest der Zitrone wird entweder im Kühlschrank bis zum Verderbnis gelagert oder gleich weggeworfen. Das ist schade.

Wenn du deine Zitronen einfrierst, dann ist dieses Problem gelöst.

Grund 4: Du konsumierst nur mehr biologisch angebaute Zitronen

Nachdem lediglich biologische Zitronen eingefroren werden können (beziehungsweise sollten), isst du automatisch mehr biologische Lebensmittel. Dadurch profitierst du durch die Vermeidung diverser Fungizide und Pestizide für deine Gesundheit.

Der Sommer kann kommen!

Grund 5: Gesundheitliche Aspekte der Zitronenschale

Nun sind wir bei meinem Lieblingsgrund angekommen. Mittlerweile habe ich dir bereits erklärt, dass die Zitronenschale die meisten gesundheitlichen Nährstoffe beinhaltet. Die wichtigsten Substanzen von Zitronen sind nicht in dem Zitronensaft oder in dem Fruchtfleisch, sondern in den weißen Außenhäuten und in der Schale selbst. Gehen wir diesen im Detail auf den Grund:

Zitronen sind wahrlich ein medizinisches Wunderwerk. Da du durch den Kosum von Zitronen enorm viel Vitamin C zu dir nimmst, stärkst du damit dein Immunsystem und wirst deshalb auch seltener krank. Wusstest du, dass die Schale einer Zitrone bis zu 10 Mal mehr Vitamine beinhaltet, als das Fruchtfleisch. Neben Vitamin C gibt es aber noch deutlich mehr Benefits.

Die Bitterstoffe in der Zitronenschale helfen gegen Entzündungen, Bakterien und Krebs (!). In den weißen Stellen der Zitronen sind all die Bioflavonoide, die Zellen vor freien Radikalen, Krebs und diverse andere Krankheiten schützen. Durch das Bioflavonoid wird die Ausschüttung des Hormons Histamin reduziert. Damit ist der Konsum der Schale auch für Allergiker genial.

Das in der Zitronenschale befindliche „Querzetin“ regt wiederum die natürliche Insolinproduktion an und stärkt mit dem Zitruspektin die Bauchspeicheldrüse. Zitruspektine helfen wiederum gegen hohe Blutfettwerte, binden Gifte und Bakterien und sorgen für deren Abtransport aus deinem Körper.

Pektinreiche Nahrung senkt das Darmkrebsrisiko um beinahe die Hälfte. Nebenbei wirkt sie antidepressiv, bekämpft Stress und Nervösität. Ein weiterer  gesundheitlicher Vorteil des Verzehrs der Zitronenschalen liegt darin, dass dadurch toxische Elemente im Körper zerstört werden.

Zitronen sind basisch

Diese sauren Zitronen sollen basisch sein?

Ja. Tatsächlich sind Zitronen trotz des säuerlichen Geschmacks basische Lebensmittel. Das mag paradox wirken. Die Erklärung dahinter macht allerdings durchaus Sinn:

Die Säure wird im Mund und Magen abgebaut und der Rest ist basisch und unterstützt damit deinen Organismus.

Warum ist das etwas Vorteilhaftes? Krebszellen sind sauer (auch über diesen Wortwitz hinaus) und der Körper benötigt basische Lebensmittel, um dagegen vorgehen zu können. Basische Ernährung hilft also dabei, den Körper zu entgiften.

Saeure-Basen Tabelle

Zitronen dienen der Krebsprävention und Krebsbekämpfung

Viele Studien und über 20 Labortests sagen seit 1970, dass mit dem Konsum einer ganzen Zitrone bösartige Krebszellen zerstört werden können und die Wirkung ohne Nebenwirkungen (!) um einiges höher ist, als durch diverse Medikamente. Darunter fallen die Krebsarten Bauchspeicheldrüsenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs und Prostatakrebs.

In diesen Studien hat sich herausgestellt, dass die in der Schale einer Zitrone befindlichen Inhaltsstoffe etwa 10.000 Mal effizienter wirken, als das Medikament “Adriamycin” (das ist ein Chemotherapeutikum).

Außerdem soll die ebenfalls in Zitronenschalen (und in Schalen diverser anderer Zitrusfrüchte) befindliche natürlichen Substanz namens “Limonoide” Wachstum von ER-negativen und ER-positiven Brustkrebszellen hemmen. Diese Limonoide haben nämlich eine Aromatase-hemmende und zytoxische Wirkung.

Das wirksamste Limonoid ist das Limoninglukosid, das mit Abständ häufigste vorkommende Limonoid in Zitronensaft und in Zitronenschalen.

Zitronenschale

In einer der erwähnten Studien sind dafür 14 Kilogramm getrocknete Zitronenkerne pulverisiert und entfettet worden und im Anschluss daran neun unterschiedliche Limonoide aus dem Pulver extrahiert worden. Sieben dieser neun Limonoide haben sich als zytoxisch für ER-negative Zellen erwiesen.

Zur abermaligen Deutlichkeit: Diese Studie hat damit eine Minderung von Krebszellen und eine damit einhergehende höhere Überlebensfähigkeit von 44 Prozent bewiesen.

Diese Limonoide sind auch auf die Aromatase-hemmenden Wirkungen getestet worden, also auf die Hemmung der Bildung von Östrogen, das für Brustkrebswachstum der ER-positiven Zellen erforderlich ist. Mit einer einzigen Ausnahme haben sich alle dieser Limonoide als Aromatasehemmer herausgestellt. Auch hier ist das Limoninglukosid abermals am wirksamsten gewesen.

Limonoide entziehen zum einen den ER-positiven Zellen das Östrogen, das diese für das Wachstum der Krebszellen benötigen. Zum anderen wirken Limonoide auch direkt toxisch auf ER-negative und ER-positive Zellen.

Wie viel Zitronen musst du für diese gesundheitlichen Vorteile konsumieren?

Mit dieser Erkenntnis stellst du dir natürlich die Frage, wie viel von diesem säuerlichen Lebenselexier du denn zu dir nehmen solltest.

Die Erkenntnis einer Studie ist, dass pro Woche einer viermaliger Konsum von etwa 150 ml Zitronensaft das Risiko diverser Krebsformen senkt. Das Risiko von Dickdarmkrebs reduziert sich demnach um 18 Prozent, das von Magenkrebs um 31 Prozent, von Mund- und Rachenraumkrebs um 53 Prozent und von Kehlkopfkrebs um sage und schreibe 58 Prozent.

Dies ist daher als minimale Menge für eine Krebsprävention zu verstehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, wird zu einem täglichen Konsum von mindestens 75 Gramm Zitrusfrucht geraten. Das ist ein bisschen weniger als eine durchschnittlich große Zitrone.

Zitrus-Limonoide auch in anderen Früchten!

Bei all diesen Studien sind übrigens neben Zitronen auch andere Zitrusfrüchte getestet worden. Dabei haben sich auch in den Säften aller anderen Zitrusfrüchte ähnliche Ergebnisse gezeigt. So enthalten:

  • Orangesaft 300 mg Limonoide pro Liter
  • Grapefruitsaft 200 mg pro Liter
  • Zitronensaft bzw. Limettensaft 90 mg pro Liter

Das Fruchtfleisch und die Schale enthalten wiederum bis zu 500 mg pro Liter und Frucht!

Grund 6: Zitronen und Zitronenschalen helfen beim Abnehmen

Sauer macht lustig!

.. aber schlank auch?

Das ganze funktioniert indirekt.

Zitronensaft selber verbrennt nämlich kein Fett. Aber die in Zitronen enthaltene Zitronensäure und Bitterstoffe sind dafür bekannt, natürliche Appetitzügler zu sein. Deinen Cholesterinspiegel senken sie dabei auch noch.

Aber aufgepasst: Die meisten Bitterstoffe sind in den weißen Bereichen der Zitrone und nicht im Saft und genau diese Bitterstoffe sind die hilfreichen Appetitzügler. Außerdem darf deren Konsum nicht mit Süßungsmitteln kombiniert werden. Denn sonst tritt das Gegenteil ein.

Lade die Zusammenfassung als PDF herunter, warum du Zitronen einfrieren solltest!

Hast du schon Erfahrungen mit gefrorenen Zitronen gemacht? Was hat dich am meisten überrascht?

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