Es gibt Tage, an denen bist du einfach ratlos, was du kochen sollst. Tage, an denen du nicht so viel Zeit und Lust hast, aufwendig zu kochen. Was tust du dagegen? Entweder, du gehst auswärts essen, bestellst etwas und ansonsten musst schon etwas kreativer werden.

Da ich gerne Food-Trends beobachte, sind mir diverse Kochboxen Anbieter aufgefallen, die Abhilfe versprechen. Worum handelt es sich dabei?

Die Idee ist sehr nett: Du bestellst Gerichte über das Internet und dir werden die Zutaten samt Rezept und Foto nach Hause zugeschickt. Unternehmen, die kochen fördern, haben gleich einmal einen positiven Eindruck bei mir. Ich wollte aber genauer wissen, was dahinter steckt und habe Marley Spoon (AT / DE) als erstes Versuchskaninchen ausgewählt.

Ob das Essen aus der Kiste aber nun auch hält, was versprochen wird, habe ich für dich etwas genauer unter die Lupe genommen.

Im ersten Schritt musst du auf die Internetseite von Marley Spoon gehen und über ein Online-Formular oder über eine App (die ich aber nicht getestet habe) deine Rezepte bestellen. Der Vorgang ist eigentlich sehr unkompliziert.

Zugeschickt werden dann proportional angepasste Zutatenmengen. Genaue Mengen bedeuten weniger Abfall. Das klingt ja schon einmal sehr gut, wenn man bedenkt, wie viele essbare Lebensmittel jährlich weggeschmissen werden.

„Für Europa schätzen die Autorinnen und Autoren einer FAO-Studie (1,1 MB PDF) einen jährlichen pro Kopf Verlust über die gesamte Wertschöpfungskette von 280 bis 300 Kilogramm. Europäerinnen und Europäer sowie Nordamerikanerinnen und Nordamerikaner werfen zwischen 95 und 115 Kilogramm Essen im Jahr im Haushalt weg, vor allem Obst und Gemüse, obwohl ein Großteil noch genießbar wäre. Hinzu kommen Berge von Lebensmitteln, die der Einzelhandel aussortiert.“

Ich fand eine solide Auswahl an Speisen vor. Die Rezepte sind sogar in Kategorien geordnet, bei denen Allergien und Unverträglichkeiten angegeben sind. Selbst, wenn du dich Fitness orientiert ernährst, gibt es dafür eine eigene Kategorie. Der Ersteindruck ist also durchwegs positiv.

Schlussendlich habe ich mich sehr rasch entscheiden können, welche Gerichte ich bestellen wollte.

Mein erstes Testrezept war ein

herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing.

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing ala Marley Spoon - Kochbox Selbsttest (Teil 1 von 2)

Versprochen wurde mir eine nicht allzu aufwendige Speise, die aber dennoch die notwendige Raffinesse bietet, die ich brauche, um das Rezept auch ein wenig genauer analysieren zu können.

Was ich zunächst nicht mitbekam war die Tatsache, dass dennoch bei jedem Gericht gewisse Grundzutaten zuhause benötigt werden, die nicht mitgeliefert werden. Zum Glück war ich gut ausgestattet, aber das könnte für wirklich leere Küchen in einer üblen Überraschung enden. Zur Verteidigung des Anbieters muss ich aber gestehen, dass das bei der Auswahl dabei stand und ich es schlicht überlas.

Geliefert wurde die Box im zeitlich angegebenen Rahmen (an einem speziellen Tag zwischen 18:00 und 20:00). Also alles picobello.

Damit die Waren frisch bleiben, wurden in der Box Kühlelemente platziert.

Bei 2 Mahlzeiten kommt man nach derzeitigem Stand auf einen Betrag von EUR 9,70 pro Portion bzw. einen Gesamtbetrag von EUR 38,80 pro Woche. Ob dir dieser Betrag die Boxen wert ist, musst du – befürchte ich – selbst entscheiden. Denn das liegt viel mehr am persönlichen Lifestyle als am Preis. Der ist nämlich grundsätzlich schon in Ordnung, aber geschenkt ist die Box eben auch nicht.

Zum Lieferumfang

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing ala Marley Spoon - Kochbox Selbsttest (Teil 1 von 2)

Dieser Text wurde der Anleitung beigelegt:

„Herbst ist Kürbiszeit! Diese läuten wir mit diesem gesunden Linsensalat ein! Der Hokkaido-Kürbis kann mit Schale zusammen mit dem Fenchel im Backrohr geröstet werden, währenddessen zaubern wir ein besonders leckeres Dressing mit Walnüssen. Das nussige Aroma der Belugalinsen harmoniert wunderbar mit dem Herbstgemüse und die Linsen wirken sich mit einem hohen Vitamin B-Gehalt positiv auf unsere Nerven und das Gehirn aus!“

Für den Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing sind mir die folgenden Zutaten zugestellt worden:
  • 1 x Knoblauchzehe
  • 1 x Rucola
  • 1 Packerl Ahornsirup
  • 1 Packerl Senf
  • 1 Zitrone
  • 1 x „Alles im Grünen“ Kräutermischung
  • 1 x Walnüsse
  • 1 x Fenchel
  • 1 Packung Belugalinsen
  • 1 x Hokkaido Kürbis

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing ala Marley Spoon - Kochbox Selbsttest (Teil 1 von 2)

Selbst zuhause haben musste ich:

In diesem Fall waren die Voraussetzungen an bestehenden Lebensmitteln gar nicht schlimm. Das sind Zutaten, die du vermutlich zur spontanen Verwendung parat haben wirst.

Bevor wir nun in das eigentliche Rezept eintauchen, habe ich für dich noch ein paar Anmerkungen

Ich koche normalerweise wirklich nur äußerst selten ein Rezept genau nach Anleitung. Viel eher lasse ich mich von Rezepten gerne inspirieren und tausche Gewürze oder sogar Zutaten aus. Dadurch entstehen oft völlig neue Gerichte.

Bei diesem Rezept habe ich mich jedoch stur an die Anleitung und die Zutatenliste und Mengenangabe gehalten. Dies deshalb, damit ich dir auch eine persönliche Meinung zur praktischen Anwendung und natürlich auch zum Geschmack geben kann.

Meine Bewertung zur Anleitung und zum Geschmack

Die Zubereitung war mit 30 Minuten angegeben und das hat auch gestimmt. Das ist eine Dauer, die auch kochfaule Menschen meist problemlos bewältigen können.

Und der Geschmack?

Der Geschmack war eigentlich durchwegs in Ordnung. Überraschend gut muss ich sogar sagen. Es war nicht das beste Essen meines Lebens. Aber es hat mir gut geschmeckt. Und damit hat es meine Erwartungen definitiv übertroffen. Ich habe schon besser gekocht. Ich habe aber auch schon schlechter gekocht. Und das Essen war kreativ und gesund. Was soll ich sagen. Ich bin positiv überrascht.

Muss ein Rezept aus einer Lieferbox besser sein, als das Essen von einem Lieferservice? Ich würde sagen ja. Und das hat sie auch geschafft.

Was ist deine Meinung dazu?

Ein enormer Vorteil im direkten Vergleich zu einem Lieferservice ist, dass du genau weißt, was du isst und wie frisch die Zutaten wirklich sind.

Aber kommen wir zurück zum Geschmack: Wenn ich ein vergleichbares Rezept kochen würde, dann hätte mit mehr Gewürzen jongliert und vielleicht auch noch Obst ergänzt. Aber das würde in der Box dazu führen, dass die Zubereitung komplizierter wird. Und genau das ist ja bei einer solchen Box wichtig: Schnelles und einfaches nachkochen. Damit würde ich sagen, dass die Box hält, was sie verspricht. Vom Umfang und vom Geschmack.

Ich habe für dich nun trotzdem ein paar Ergänzungen in das Rezept aufgenommen. Das, was du hier siehst, ist also nicht mehr zu 100 % die Anleitung von Marley Spoon, sondern eine Fusionsvariante ala Marley Spoon meets Jeff’s FINEST.

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing ala Marley Spoon - Kochbox Selbsttest (Teil 1 von 2)

Hab viel Spaß mit dem Gericht und wie immer freue mich, wenn es dir schmeckt.

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing
Arbeitszeit
30 Min.
 


Portionen: 2
Zutaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Ahornsirup
  • 2 TL Dijonsenf
  • 1 Zitrone
  • 1 Hand frische Kräuter (zB Petersilie, Oregano & Rosmarin) gehackt
  • 1 Stück Fenchel
  • 1 Hand Walnüsse
  • 1 Packung Belugalinsen
  • 1 Hokkaido Kürbis
  • 20 Stück rote kernlose Weintrauben
  • Olivenöl
  • Schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • 1 TL Kümmel
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1/2 TL Paprikapulver
Anleitungen
Linsen kochen
  1. Backrohr auf 180°C Umluft vorheizen. Einen mittelgroßen Topf mit reichlich Wasser und 1/2 TL Salz zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, die Linsen für ca. 30 Minuten köcheln lassen, dann in ein Sieb abgießen und ein wenig auskühlen lassen.

Kürbis rösten
  1. Nun die Zitrone halbieren. 

    Eine Hälfte auspressen, die andere in Spalten schneiden. 

    Knoblauch schälen und halbieren. 

    Kürbis halbieren, mit einem Löffel vom Kerngehäuse befreien und in 1,5 cm dicke Streifen schneiden. Mit 1 EL Olivenöl, 1 TL Ahornsirup, Salz und Pfeffer auf einem mit Backpapier ausgelegtem Backblech vermengen.

    Für ca. 20 Minuten im Rohr backen.

Fenchel schneiden
  1. Fenchel putzen und halbieren, dann den Strunk herausschneiden und Fenchel längs in 0,5 cm dünne Streifen schneiden. Mit 1 TL Öl und 1 EL der Gewürzmischung, Salz und Pfeffer vermengen und für 15 Minuten zu dem Kürbis ins Backrohr geben.

Nüsse rösten
  1. Nun 1/2 der Walnüsse, Knoblauch und die restlichen Gewürze (Chilipulver, Paprikapulver, Kümmel) für die letzten ca. 5-7 Minuten Backzeit mit ins Backrohr geben. Nüsse im Auge behalten, damit sie nicht zu dunkel werden!

Dressing zubereiten
  1. Nun 1/2 der Nüsse, 2 EL Zitronensaft, Knoblauch, 2 EL Olivenöl, 80-100 ml Wasser in ein schmales hohes Gefäß geben und mit einem Stabmixer fein pürieren. Anschließend mit Salz, 1 EL Ahornsirup und 1-2 TL Senf würzen. Falls das Dressing nicht cremig genug ist, etwas mehr Zitronensaft dazugeben.

Anrichten
  1. Sobald die Linsen lauwarm sind, das Gemüse und die Weintrauben auf den Linsen verteilen und Rucola unterheben. Anschließend gut mit 1/3 des Dressing vermengen.

    Restliches Dressing über den Salat träufeln und mit übrigen Nüssen garnieren und Zitronenspalten dazu reichen. Schlussendlich noch 1-2 EL deines hochwertigsten Olivenöls darüber tröpfeln.

Das zweite Gericht mit weiteren Erfahrungen zur Kochbox folgt dann im Teil 2 von 2.

Herbstlicher Linsensalat mit Röst-Kürbis und Walnussdressing ala Marley Spoon - Kochbox Selbsttest (Teil 1 von 2)

Hattest du schon Erfahrungen mit Kochboxen? Erzähle mir davon in den Kommentaren.

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